Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln: Ein wildes Abenteuer am Ende der Welt
Stellen Sie sich einen abgelegenen Strand vor, an dem sich Tausende Königspinguine vor gewaltigen Bergen versammeln, See-Elefanten auf dunklem Vulkansand ruhen und riesige Gletscher bis zu einem tiefblauen Ozean hinabreichen. Hier gibt es keine geschäftigen Städte, keine überfüllten Einkaufsstraßen und keine gewöhnlichen Ferienanlagen. Stattdessen erwarten Sie unberührte Wildnis, eine beeindruckende Tierwelt und eine Geschichte, die von Entdeckern, Seeleuten und dem unerbittlichen Südpolarmeer geprägt wurde.
Willkommen auf Südgeorgien und den Südlichen Sandwichinseln, einem der außergewöhnlichsten Reiseziele unseres Planeten. Dieses britische Überseegebiet im Südatlantik vereint spektakuläre Landschaften, polare Tierwelt, maritimes Kulturerbe und wissenschaftliche Bedeutung auf einzigartige Weise.
Eine Reise zu diesen Inseln ist kein gewöhnlicher Urlaub. Sie ist eine Expedition in eine Welt, in der die Natur jede Landschaft beherrscht und die menschliche Präsenz bemerkenswert gering ist. Für Abenteurer, Tierliebhaber, Fotografen und Geschichtsinteressierte kann sie zu einem einmaligen Erlebnis werden.
Wo liegen Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln?
Südgeorgien liegt ungefähr 1.300 Kilometer südöstlich der Falklandinseln, umgeben von den kalten, tier- und nährstoffreichen Gewässern des Südpolarmeeres. Die bergige Insel erstreckt sich über rund 170 Kilometer. Gletscher, schroffe Gipfel und geschützte Buchten bilden einige der eindrucksvollsten Landschaften der subantarktischen Region.
Weiter südöstlich befinden sich die Südlichen Sandwichinseln, eine abgelegene Inselkette aus elf Vulkaninseln. Ihre vulkanischen Landschaften, eisigen Küsten und außergewöhnlichen Meeresökosysteme machen sie zu einer der am seltensten besuchten Inselgruppen der Welt.
Auf dem gesamten Gebiet gibt es keine dauerhaft ansässige Zivilbevölkerung. Eine kleine Zahl von Regierungsmitarbeitern und Wissenschaftlern lebt und arbeitet in ausgewiesenen Stationen auf Südgeorgien, während die Südlichen Sandwichinseln unbewohnt bleiben.
Gerade diese Abgeschiedenheit macht das Reiseziel so faszinierend. Sie erfordert allerdings eine sorgfältige Planung, spezielle Transportmöglichkeiten und die Einhaltung strenger Umweltschutzbestimmungen.
Was gibt es auf Südgeorgien zu sehen? Landschaften, die den Atem rauben
Königspinguine und spektakuläre Tierkolonien
Für viele Besucher ist die außergewöhnliche Tierwelt der Höhepunkt einer Reise nach Südgeorgien. Die Insel gehört zu den weltweit bedeutendsten Brutgebieten für Seevögel und Meeressäuger und bietet hervorragende Möglichkeiten, Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten.
Besonders bekannt sind die Königspinguine. In riesigen Kolonien versammelt, fallen die ausgewachsenen Tiere durch ihre charakteristischen orangefarbenen Zeichnungen an Kopf und Hals auf. Die mit braunem Flaum bedeckten Jungtiere sorgen für besonders eindrucksvolle Bilder.
Zu den bekanntesten Orten gehört Salisbury Plain, eine Küstenebene, auf der sich eine gewaltige Königspinguinkolonie vor einer dramatischen Kulisse aus Bergen und Gletschern versammelt. Besonders während der Brutzeit ist die schiere Größe dieser Kolonie beeindruckend.
Auch in der St Andrews Bay lassen sich große Ansammlungen von Königspinguinen beobachten, häufig gemeinsam mit See-Elefanten und anderen Wildtieren. Die tatsächlichen Landungsmöglichkeiten hängen jedoch von den Wetterbedingungen, dem Expeditionsanbieter und den jeweils geltenden Naturschutzbestimmungen ab.
Wer diese Begegnungen genießen möchte, braucht Geduld. Anstatt den Tieren nachzugehen, sollten Besucher ruhig bleiben, aus angemessener Entfernung beobachten und die Tiere ihr natürliches Verhalten zeigen lassen.
See-Elefanten und Antarktische Seebären
Südgeorgien ist für seine Robbenpopulationen bekannt. Südliche See-Elefanten gehören zu den größten Robben der Welt. Sie versammeln sich an den Stränden, wo ausgewachsene Männchen mehrere Tonnen wiegen können. Während der Fortpflanzungszeit sorgen ihr territoriales Verhalten und ihre lauten Rufe für ein eindrucksvolles Naturschauspiel.
Auch Antarktische Seebären sind faszinierend. Einst wurden sie wegen ihres Fells intensiv gejagt, doch seit dem Ende der großflächigen kommerziellen Jagd haben sich ihre Bestände deutlich erholt.
Im Südsommer können die Strände dicht mit Tieren bevölkert sein. Deshalb ist besondere Vorsicht geboten. Besucher müssen Sicherheitsabstände einhalten, insbesondere gegenüber aggressiven Männchen und Weibchen, die ihre Jungen beschützen.
Gletscher, Berge und smaragdgrüne Buchten
Die natürliche Schönheit Südgeorgiens beschränkt sich keineswegs auf seine Tierwelt. Verschneite Berge erheben sich über geschützte Buchten, während gewaltige Gletscher bis zum Meer vordringen.
Die dramatische Topografie der Insel bietet außergewöhnliche Motive für die Expeditionsfotografie. Reisende können treibende Eisblöcke, Wasserfälle, steile Klippen und wechselnde Lichtstimmungen über den Bergen erleben – manchmal alles innerhalb eines einzigen Vormittags.
Gold Harbour ist ein weiterer berühmter Anlandungsplatz. Der Ort ist für seine eindrucksvolle Küstenlandschaft und die Möglichkeit bekannt, Pinguine und Robben zu beobachten. Steile Hänge, Gletscherlandschaften und eine vielfältige Tierwelt machen ihn zu einem unvergesslichen Höhepunkt vieler Expeditionsreisen.
Das Wetter kann sich allerdings schnell ändern. Nebel, Regen, Schnee und starke Winde gehören zum Erlebnis. Aus Sicherheitsgründen können geplante Anlandungen deshalb geändert oder abgesagt werden.
Grytviken: Entdecken Sie die Geschichte Südgeorgiens
Eine ehemalige Walfangstation mit bewegter Vergangenheit
Obwohl Südgeorgien heute international für seine Tierwelt und den Naturschutz bekannt ist, ist seine Geschichte eng mit der Walfangindustrie verbunden.
1904 gründete der norwegische Unternehmer und Kapitän Carl Anton Larsen in Grytviken eine landgestützte Walfangstation. Die Siedlung entwickelte sich zu einem bedeutenden Zentrum des industriellen Walfangs im Südpolarmeer und zog Arbeiter und Seeleute aus verschiedenen Ländern an.
Die Überreste der ehemaligen Station erzählen eine schwierige Geschichte. Industrielle Anlagen, verlassene Gebäude und andere historische Spuren verdeutlichen das Ausmaß einer Industrie, die einen enormen Druck auf die Walpopulationen ausübte.
Heute ist Grytviken eine bedeutende historische Stätte, an der Besucher mehr über die maritime Vergangenheit des Gebiets und die langfristigen Folgen der kommerziellen Ausbeutung erfahren können.
Besuchen Sie das Südgeorgien-Museum
Das South Georgia Museum in Grytviken gehört zu den interessantesten kulturellen Sehenswürdigkeiten des Gebiets.
Die Sammlungen behandeln die Entdeckung der Insel, den Robbenfang und den Walfang, wissenschaftliche Forschung, den Alltag in abgelegenen Siedlungen und die Erlebnisse der Polarforscher.
Das Museum hilft Besuchern, die menschlichen Geschichten hinter der dramatischen Landschaft besser zu verstehen. Es vermittelt außerdem einen wichtigen Einblick in den Wandel Südgeorgiens: von einem Zentrum industrieller Ausbeutung zu einem Gebiet, das heute für Naturschutz und wissenschaftliche Forschung geschätzt wird.
Der Museumsbesuch hängt vom Expeditionsprogramm und den örtlichen Öffnungszeiten ab. Es empfiehlt sich daher, sich vor der Reise beim Kreuzfahrtanbieter zu informieren.
Das Grab von Ernest Shackleton
Südgeorgien nimmt aufgrund seiner Verbindung zu Sir Ernest Shackleton einen besonderen Platz in der Geschichte der Antarktisforschung ein.
Nach dem Scheitern der Endurance-Expedition erreichten Shackleton und eine kleine Gruppe seiner Gefährten 1916 nach einer außergewöhnlichen Fahrt durch den Südlichen Ozean Südgeorgien. Shackleton, Tom Crean und Frank Worsley überquerten anschließend das gebirgige Inselinnere, um die Walfangstation Stromness zu erreichen und Hilfe für ihre auf dem Eis eingeschlossenen Kameraden zu organisieren.
Ihre Überlebensgeschichte gilt bis heute als eine der großen Leistungen der Polarforschung.
Shackleton starb 1922 an Bord seines Schiffes Quest und wurde auf dem Walfängerfriedhof von Grytviken beigesetzt. Sein Grab ist heute ein Gedenkort für Entdecker, Historiker und Reisende, die sich vom Geist der Ausdauer und Entdeckung inspirieren lassen.
Ein Besuch erinnert eindrucksvoll daran, dass Südgeorgien weit mehr als ein Reiseziel für Tierbeobachtungen ist: Die Insel ist auch ein Ort menschlichen Mutes, großer Herausforderungen und außergewöhnlicher Abenteuer.
Die historische Kirche von Grytviken
Ein weiteres bemerkenswertes Bauwerk ist die kleine, von Norwegern errichtete Kirche in Grytviken, die am ersten Weihnachtstag des Jahres 1913 geweiht wurde.
Ihre schlichte Architektur und ihre abgelegene Lage stehen im Kontrast zu den umliegenden Bergen und den industriellen Überresten. Die Kirche erinnert an das Leben der skandinavischen Arbeiter, die zur Entstehung der Siedlung beitrugen, und vermittelt einen zusätzlichen Einblick in die Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts.
Zusammen machen die Kirche, das Museum und der Friedhof Grytviken zu einem der bedeutendsten historischen Orte der subantarktischen Region.
Was kann man auf Südgeorgien und den Südlichen Sandwichinseln unternehmen?
1. Eine Expeditionskreuzfahrt zur Beobachtung der Tierwelt unternehmen
Für die meisten Reisenden ist eine Expeditionskreuzfahrt die praktischste Möglichkeit, Südgeorgien zu entdecken. Die Schiffe starten häufig von den Falklandinseln oder besuchen Südgeorgien im Rahmen längerer Reisen, die auch die Antarktis einschließen.
Diese Reisen verbinden Tierbeobachtungen, geführte Anlandungen, Fotografie und Fachvorträge über die regionale Geschichte, Geologie und den Naturschutz.
Anders als bei herkömmlichen Kreuzfahrten bleiben die Expeditionsrouten flexibel. Kapitän und Expeditionsteam passen das Programm an die Seebedingungen, die Tieraktivität und die geltenden Landungsbeschränkungen an.
2. Pinguine, Albatrosse und Wale fotografieren
Südgeorgien ist ein Traumziel für Naturfotografen. Neben den berühmten Pinguinen und Robben beherbergt die Insel Wanderalbatrosse, Sturmvögel, Kormorane und den endemischen Südgeorgien-Pieper.
Besonders beeindruckend ist der Wanderalbatros mit seiner enormen Flügelspannweite und seinem scheinbar mühelosen Flug über die Wellen.
Auch Wale halten sich in den umliegenden Gewässern auf, darunter Buckelwale und Südliche Glattwale. Sichtungen hängen von der Jahreszeit, dem Wetter und dem Standort ab. Eine Begegnung mit diesen Giganten vom Deck eines Expeditionsschiffs aus kann jedoch zu den unvergesslichsten Momenten der Reise gehören.
Ein Teleobjektiv, Ersatzakkus und Schutz vor Feuchtigkeit sind für die Fotografie in dieser anspruchsvollen Umgebung besonders nützlich.
3. Die Südlichen Sandwichinseln erkunden
Die Südlichen Sandwichinseln bieten ein noch abgelegeneres Reiseerlebnis. Ihre Vulkangipfel, Gletscher und exponierten Küsten zählen zu den am schwersten zugänglichen Landschaften des Südatlantiks.
Der Archipel ist besonders für Wissenschaftler interessant, die Vulkanismus, Ozeanografie und marine Artenvielfalt erforschen. Die umliegenden Gewässer bieten wichtige Lebensräume für Seevögel und Pinguine, darunter große Kolonien von Zügelpinguinen.
Besuche sind jedoch deutlich seltener als auf Südgeorgien. Anlandungen hängen stark vom Wetter, den Seebedingungen, den Genehmigungen und der praktischen Durchführbarkeit ab. Reisende sollten die Südlichen Sandwichinseln daher als spezialisiertes Expeditionsziel betrachten und nicht als garantierten Programmpunkt.
4. Naturschutz und Polarforschung kennenlernen
Eine Reise nach Südgeorgien bietet auch die Gelegenheit, zu verstehen, wie sich empfindliche Ökosysteme erholen und wie Wissenschaftler Umweltveränderungen untersuchen.
Die Insel hat von bedeutenden Naturschutzmaßnahmen profitiert, darunter der Beseitigung eingeschleppter Nagetiere und Rentiere. Diese Programme haben dazu beigetragen, einheimische Vögel zu schützen und Lebensräume wiederherzustellen.
Das British Antarctic Survey betreibt wissenschaftliche Einrichtungen in King Edward Point und auf Bird Island. Dort untersuchen Forscher die Tierwelt und die Umweltbedingungen. Es handelt sich um aktive Forschungsstationen, nicht um gewöhnliche Touristenattraktionen. Der Zugang ist eingeschränkt.
Für umweltbewusste Reisende verdeutlicht die Insel, warum verantwortungsvoller Tourismus, Biosicherheit und Meeresschutz in abgelegenen Regionen unverzichtbar sind.
Was kann man essen? Regionale Küche und kulinarische Traditionen
Wichtig zu wissen ist, dass Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln weder eine gewöhnliche Restaurantszene noch eine etablierte lokale Esskultur mit einer dauerhaft ansässigen Bevölkerung besitzen. Es gibt keine bewohnten Städte mit Lebensmittelmärkten, Cafés und regionalen Restaurants wie in stärker besiedelten Reisezielen.
Die Verpflegung erfolgt stattdessen normalerweise an Bord von Expeditionsschiffen und Yachten. Die Speisekarten unterscheiden sich je nach Schiff und Anbieter. Reisende können jedoch mit einer Mischung aus internationalen Gerichten, wärmenden Suppen, frischen oder konservierten Zutaten und sättigenden Mahlzeiten rechnen, die für Ausflüge bei kaltem Wetter geeignet sind.
Gerichte und Zutaten, die Sie erwarten können
- Frischer Fisch und Meeresfrüchte: Je nach Versorgung und Speisekarte können Fisch- und Meeresfrüchtegerichte angeboten werden. In den Gewässern Südgeorgiens gibt es regulierte Fischereien; ein bestimmtes regionales Produkt ist jedoch nicht garantiert.
- Herzhafte Suppen und Eintöpfe: Diese warmen Gerichte sind besonders willkommen, wenn man nach einer Landung in der Kälte oder einem windigen Tag an Deck zurückkehrt.
- Internationale Wohlfühlküche: Expeditionsschiffe servieren häufig vertraute Gerichte wie Pasta, gebratenes Fleisch, Gemüse, Reisgerichte und vegetarische Alternativen.
- Heiße Getränke und Desserts: Tee, Kaffee, heiße Schokolade und süße Nachspeisen bieten eine angenehme Pause zwischen den Ausflügen.
Ein echtes Nationalgericht Südgeorgiens, nach dem Besucher gezielt suchen könnten, gibt es nicht. Websites, die etwas anderes behaupten, sollten daher kritisch betrachtet werden.
Ebenso wichtig ist, dass der Umweltschutz Vorrang vor kulinarischen Erkundungen hat. Für Lebensmittel, die an Land gebracht werden, gelten strenge Biosicherheitsregeln. Besucher dürfen niemals Lebensmittel oder Abfälle in der Natur zurücklassen.
Gibt es Städte oder Ortschaften auf Südgeorgien?
Das Gebiet verfügt weder über gewöhnliche Städte noch über dauerhaft bewohnte zivile Ortschaften. Einige Plätze besitzen jedoch historische oder wissenschaftliche Bedeutung.
Grytviken ist die bekannteste ehemalige Siedlung und für viele Besucher der wichtigste historische Zwischenstopp. Die Walfangstation, das Museum, die Kirche und der Friedhof bewahren die Erinnerung an eine vergangene Epoche.
King Edward Point liegt in der Nähe von Grytviken und beherbergt eine Verwaltungs- und Forschungsstation, in der Regierungsmitarbeiter und Wissenschaftler tätig sind. Es handelt sich nicht um eine öffentlich zugängliche Stadt. Die Gebäude sind in der Regel ohne besondere Genehmigung nicht für Besucher geöffnet.
Stromness ist eine weitere ehemalige Walfangstation, die vor allem durch ihre Verbindung zur Rettungsexpedition Shackletons bekannt wurde. Der Ort ist historisch bedeutsam, der Zugang ist jedoch geregelt und Besucher müssen die aktuellen Landungsbestimmungen beachten.
Bird Island liegt vor der nordwestlichen Spitze Südgeorgiens und ist ein bedeutender Forschungsstandort sowie ein wichtiger Lebensraum für Wildtiere. Die dortige Forschungsstation ist keine touristische Siedlung.
Diese Orte sind daher eher als historische Stätten, Forschungsstandorte und Expeditionsziele zu verstehen als als Städte mit alltäglichen öffentlichen Dienstleistungen.
Wann ist die beste Reisezeit für Südgeorgien?
Die Hauptreisezeit liegt im Frühling und Sommer der Südhalbkugel, ungefähr zwischen Oktober und März.
- Oktober bis November: Im Frühling kehren viele Tiere zurück, und für einige Arten beginnt die Brutzeit. Schnee und Eis können noch weit verbreitet sein.
- Dezember bis Januar: Der Sommer bietet lange Tageslichtphasen und gute Möglichkeiten, aktive Tierkolonien zu beobachten. Im weiteren Verlauf der Saison sind auch Pinguinküken zu sehen.
- Februar bis März: Der Spätsommer kann hervorragende Tierbeobachtungen ermöglichen. Die Aktivität der Robben und Veränderungen im Verhalten der Pinguinkolonien bieten zusätzliche Fotomotive.
Die Aktivität der Tierwelt unterscheidet sich je nach Art, und kein Monat garantiert eine bestimmte Sichtung. Auch die See- und Wetterbedingungen können Expeditionspläne erheblich beeinflussen.
Für viele Reisende sind Dezember und Januar besonders attraktiv, da die Tage lang sind und die Tierwelt sehr aktiv ist. Die beste Abfahrtszeit hängt jedoch davon ab, welche Tiere Sie beobachten möchten und welche Route verfügbar ist.
Wie erreicht man Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln?
Es gibt keine regelmäßigen kommerziellen Passagierflüge in das Gebiet und keinen Flughafen für gewöhnliche touristische Anreisen. Besucher erreichen die Inseln auf dem Seeweg, normalerweise mit Expeditionskreuzfahrtschiffen oder privaten Yachten.
Viele Expeditionen starten auf den Falklandinseln oder integrieren Südgeorgien in eine längere Reise durch die Antarktis. Die Überfahrt kann mehrere Tage dauern, und das Südpolarmeer ist für seine anspruchsvollen Bedingungen bekannt.
Eine frühzeitige Planung ist unverzichtbar. Besucher müssen die Einreisebestimmungen des Gebiets einhalten. Die Schiffsbetreiber sind dafür verantwortlich, die erforderlichen Besuchsmeldungen einzureichen und die geltenden Genehmigungsanforderungen zu erfüllen.
Vor der Buchung sollten Sie die offizielle Website der Regierung von Südgeorgien und den Südlichen Sandwichinseln besuchen, um sich über aktuelle Einreisebestimmungen, Besucherinformationen und Biosicherheitsverfahren zu informieren.
An Land gibt es keine touristischen Unterkünfte. Reisende müssen daher ihre Unterkunft und Verpflegung an Bord organisieren. Eine unabhängige Reise ohne entsprechend organisiertes Schiff ist für die meisten Besucher keine realistische Option.
Verantwortungsbewusster Tourismus: Ein empfindliches Naturparadies schützen
Die Tierwelt und die Landschaften Südgeorgiens sind auch deshalb so außergewöhnlich, weil das Ökosystem weitgehend intakt geblieben ist. Der Schutz dieser Umwelt steht deshalb bei jedem Besuch im Mittelpunkt.
Besucher müssen die offiziellen Abstandsregeln zu Wildtieren einhalten, ausschließlich zugelassene Anlandungsplätze nutzen und die Biosicherheitsverfahren beachten. Stiefel, Kleidung und Taschen müssen entsprechend den Vorgaben kontrolliert und gereinigt werden, damit keine Samen, Insekten oder anderen nicht heimischen Organismen eingeschleppt werden.
Füttern Sie niemals Tiere, nähern Sie sich ihnen nicht zu stark, entfernen Sie keine natürlichen Gegenstände und lassen Sie keinen Müll zurück. Selbst scheinbar harmlose Handlungen können eine Umwelt schädigen, die sich über lange Zeit in Isolation entwickelt hat.
Auch für Drohnen, Camping und andere Aktivitäten gelten strenge Vorschriften. Reisende sollten sich lange vor der Abreise bei ihrem Expeditionsanbieter über die aktuellen Regeln informieren.
Verantwortungsbewusster Tourismus ist hier nicht nur eine Empfehlung, sondern eine wesentliche Voraussetzung dafür, diese Inseln für kommende Generationen zu bewahren.
Praktische Reisetipps vor der Abreise
Eine erfolgreiche Expedition nach Südgeorgien beginnt mit realistischen Erwartungen und einer sorgfältigen Vorbereitung.
- Bereiten Sie sich auf polares Wetter vor: Nehmen Sie wasserdichte Oberbekleidung, mehrere wärmende Schichten, warme Handschuhe, eine Mütze und robuste Schuhe für genehmigte Landgänge mit.
- Rechnen Sie mit rauer See: Wenn Sie zu Seekrankheit neigen, lassen Sie sich vor der Reise von einer medizinischen Fachkraft über geeignete Maßnahmen beraten.
- Wählen Sie einen erfahrenen Anbieter: Entscheiden Sie sich für ein Expeditionsunternehmen, das mit den örtlichen Vorschriften, dem Schutz der Tierwelt und sicheren Anlandungsverfahren vertraut ist.
- Bleiben Sie flexibel: Wetterbedingungen können Abfahrten verzögern, Landungsplätze verändern oder einzelne Aktivitäten unmöglich machen.
- Planen Sie Ihr Budget sorgfältig: Expeditionen in abgelegene Regionen sind aufgrund spezialisierter Schiffe, langer Überfahrten und komplexer Logistik meist teuer. Lassen Sie sich vor der Buchung ein vollständiges Angebot erstellen.
- Prüfen Sie Einreisebestimmungen und Versicherungen: Informieren Sie sich über notwendige Genehmigungen, Stornierungsbedingungen, medizinische Absicherung und mögliche Evakuierungskosten.
- Haben Sie realistische Erwartungen: Es gibt keine gewöhnlichen Hotels, Einkaufsviertel oder öffentlichen Verkehrsnetze. Im Mittelpunkt stehen Wildnis, Tierbeobachtung und Entdeckungen.
Warum Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln auf Ihre Reiseliste gehören
Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln bieten eine seltene Reiseerfahrung, bei der die Natur uneingeschränkt den Rhythmus bestimmt.
Von riesigen Königspinguinkolonien und dramatischen Gletschern bis zur bewegenden Geschichte Grytvikens und dem Vermächtnis Ernest Shackletons vereint Südgeorgien Tierwelt, Abenteuer und Menschheitsgeschichte in einer außergewöhnlichen Umgebung.
Die abgelegenen Südlichen Sandwichinseln verleihen dieser Reise eine weitere Dimension: vulkanische Landschaften und einzigartige Meeresökosysteme, die nur wenige Reisende jemals zu Gesicht bekommen.
Dieses Reiseziel ist nicht für Menschen gedacht, die Komfort, Luxusresorts oder ein dicht gefülltes Stadtprogramm suchen. Es richtet sich an Reisende, die bereit sind, abgelegene Meere zu überqueren, sich an unvorhersehbares Wetter anzupassen und eine der bemerkenswertesten Wildnisregionen der Welt mit Sorgfalt und Respekt zu erleben.
Für Tierliebhaber, Fotografen, Freunde der Polargeschichte und abenteuerlustige Entdecker könnten Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln zu einer der unvergesslichsten Reisen ihres Lebens werden.
Manchmal liegen die schönsten Reiseerlebnisse weder in geschäftigen Städten noch in berühmten Ferienorten. Sie finden sich am Ende der Welt, wo Pinguine am Fuß gewaltiger Berge zusammenkommen, Gletscher auf den Ozean treffen und die Natur eine Geschichte erzählt, die viel älter ist als unsere eigene.

